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Kadenzen in der Musik: Ganz-, Halb-, Plagal- und Trugschluss

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Was eine Kadenz ist, wie Ganzschluss, Plagalschluss, Halbschluss und Trugschluss in C- und G-Dur klingen, welche Schlüsse Pop liebt und wie du einen Song beendest.

Eine Person am Klavier hebt am Ende eines Akkords beide Hände von den Tasten, die Augen halb geschlossen, das Gesicht entspannt und zufrieden, während sich die Phrase auflöst

Eine Kadenz ist die Akkordfolge, die eine musikalische Phrase abschließt, und sie funktioniert wie die Satzzeichen in einem Text. Es gibt vier wichtige Schlussarten. Der Ganzschluss (authentischer Schluss) geht von der V. zur I. Stufe, in C-Dur von G nach C: ein Punkt, die Phrase ist fertig. Der Plagalschluss geht von IV nach I, von F nach C: ein weicherer Abschluss, das „Amen“ am Ende eines Kirchenlieds. Der Halbschluss bleibt auf der V stehen, zum Beispiel von Dm nach G: ein Komma oder ein Fragezeichen, das nach mehr verlangt. Der Trugschluss bereitet das Ende vor und weicht aus, von V nach vi, von G nach Am. Beim Songwriting entscheiden sie, ob ein Teil schließt oder in den nächsten zieht, und aktueller Pop schließt oft mit IV–I oder ♭VII–I statt mit V–I.

Unten findest du jeden Schluss zum Anhören in C- und G-Dur im kostenlosen Akkordfolgen-Player, drei Hörbeispiele, die Schlüsse, die Pop bevorzugt, einen Refrain mit vier verschiedenen Enden und eine 10-Minuten-Übung.

Die vier Schlüsse auf einen Blick

Römische Ziffern benennen einen Akkord nach seiner Stufe in der Tonart: I ist das Zuhause, IV und V sind die Akkorde auf dem vierten und fünften Ton, Kleinbuchstaben bedeuten Moll. In der Funktionstheorie heißen die drei Hauptakkorde Tonika (T, die I), Subdominante (S, die IV) und Dominante (D, die V). Wenn das neu für dich ist, erklärt der Artikel über Akkordfolgen die Stufen in zwei Minuten.

SchlussStufenIn C-DurIn G-DurSo klingt er
Ganzschluss (authentisch)V–I oder V7–IG–CD–GPunkt. Die Phrase ist zu Ende
PlagalschlussIV–IF–CC–GEin wärmerer Schluss: „Amen“
Halbschlussbeliebiger Akkord zur VDm–GAm–DEin Komma oder eine Frage: Es geht weiter
TrugschlussV–vi (D–Tp)G–AmD–EmDas erwartete Ende, umgangen

Ein Akkordwechsel wird erst zum Schluss, wenn dort eine Phrase endet: G–C mitten in einer Zeile ist ein Wechsel wie jeder andere, G–C auf dem letzten Wort des Refrains ist eine Kadenz. Und falls du im Musikunterricht „die Kadenz“ als T–S–D–T (in C-Dur C–F–G–C) gelernt hast: Das ist die vollständige Kadenz, die eine Tonart eindeutig festlegt. Ihr Ende, D–T, ist der Ganzschluss.

Ganzschluss (V–I): der Punkt am Satzende

Die V zieht wegen eines Tons zur I: des Leittons, einen Halbton unter dem Grundton. In C-Dur ist das H, in G-Dur Fis. Das Ohr will, dass er diesen letzten Halbton hinaufsteigt. Nimm zur V die Septime dazu (G7 statt G), dann kommt ein zweiter Ton ins Spiel: Das F von G7 fällt auf das E von C. Zwei Töne, die gleichzeitig auflösen: Deshalb klingt V7–I so endgültig.

Hör ihn in beiden Tonarten: C–F–G7–C und G–C–D7–G. Jeder Durchlauf klingt abgeschlossen; die Schleife beginnt nur von vorn, weil der Player sie wiederholt.

Auch die Melodie zählt. Am stärksten wirkt der Ganzschluss, wenn beide Akkorde den Grundton im Bass haben und die Melodie auf dem Grundton der Tonart landet (C über dem C-Akkord). Endet die Melodie auf E oder G, schließen die Akkorde zwar, aber die Phrase bleibt ein wenig offen. Nutz das: Lass die ersten Refrains mit der Melodie auf E enden und heb dir das C für den letzten auf.

ii7–V7–Imaj7 · Dm7–G7–Cmaj7 · 84 BPM

Worauf du achten kannst: Nach dem Einzähler von einem Takt setzt Dm7 bei etwa 0:03 ein, G7 bei etwa 0:06. Dieses G7 ist die Spannung, das Cmaj7 bei 0:09 die Entspannung, zwei Takte lang gehalten, damit sie sich setzen kann. Der zweite Durchlauf wiederholt die Bewegung, mit G7 bei etwa 0:17 und Cmaj7 ab 0:20. Das ist der Ganzschluss im Gewand von Septakkorden, so wie Jazz und Soul ihre Phrasen gern beenden. Wenn du m7, 7 und maj7 noch verwechselst, vergleicht der Überblick über die Akkordarten sie Schritt für Schritt.

In Moll braucht der Ganzschluss eine kleine Korrektur. Die natürliche v von a-Moll ist Em, und die hat keinen Leitton, deshalb klingt Em–Am weich, fast nach Folk. Erhöhe G zu Gis, und du bekommst E-Dur, das kräftig zum A zieht. Vergleiche beides in einer Schleife: Am–Dm–Em–Am, dann Am–Dm–E–Am. Darum greifen so viele Moll-Songs kurz vor dem Ende zu E oder E7.

Plagalschluss (IV–I): der sanfte Schluss

Der Plagalschluss überspringt die V und geht direkt von IV nach I: von F nach C in C-Dur, von C nach G in G-Dur. Ohne Leitton klingt er wärmer und weniger bestimmt. Man nennt ihn auch Amen-Schluss, weil Kirchenlieder ihr abschließendes „Amen“ darauf singen, und Gospel, Rock und Folk verwenden ihn ständig.

Hör ihn in C–G–F–C, wo die V vor dem Zuhause zur IV hinuntergeht, eine typische Wendung aus Blues und Rock, und in G–Em–C–G, das landet, als würde jemand die Gitarre behutsam abstellen.

Rock stützt sich stark auf ihn. In einer Studie von 2011 über 200 Songs aus der Rolling-Stone-Liste der größten Songs fand der Musiktheoretiker David Temperley Ganzschlüsse am Ende eines Abschnitts in 32 % der Songs und Plagalschlüsse in 18,5 %. V–I liegt vorn, aber IV–I ist ein klarer Zweiter.

Mach die IV zu Moll, und der Plagalschluss wird bittersüß. Das ist der Moll-Plagalschluss iv–I, mit einem Akkord, der aus der gleichnamigen Molltonart geliehen ist.

I–IV–iv–I · C–F–Fm–C · 76 BPM

Worauf du achten kannst: Nach dem Einzähler (0:00–0:03) klingen C und F offen. Bei etwa 0:09 wird aus F ein Fm: Nur ein Ton sinkt, von A nach As, und das Licht wird gedimmt. Bei etwa 0:13 kommt C und klingt wie Heimkommen nach einer schlechten Nachricht. Im zweiten Durchlauf kommt Fm bei etwa 0:22 wieder und C bei etwa 0:25. Dieselbe Wendung in G-Dur: G–C–Cm–G.

Halbschluss (endet auf V): So bleibt eine Strophe offen

Ein Halbschluss ist jede Phrase, die auf der V stehen bleibt. Dem Ohr wurde das Zuhause versprochen, aber es kommt noch nicht, also lehnt sich die Musik nach vorn: genau das, was du am Ende einer Strophe oder eines Pre-Chorus willst.

Lass C–Am–Dm–G und G–C–G–D laufen. Im letzten Durchlauf bleibt der Player auf der V stehen, und die Phrase hängt in der Luft.

i–iv–i–V · Am–Dm–Am–E · 70 BPM

Worauf du achten kannst: Der Einzähler läuft bis etwa 0:03, dann kommen Am, Dm und wieder Am. Bei etwa 0:14 erscheint E-Dur: Das ist der Halbschluss, und bei 0:17 antwortet die Schleife mit der Rückkehr zu Am. Das zweite E kommt bei etwa 0:27, und diesmal antwortet niemand. Das Beispiel endet auf E, und du wartest auf ein Am, das nicht mehr kommt.

Drei Arten, ihn einzusetzen:

  • Strophe auf der V beenden, Refrain auf der I beginnen. Das ist der stärkste harmonische Schub, den ein Song hat; der Artikel Refrain schreiben verbindet ihn mit einer Melodie, die steigt.
  • Die V mit einem sus4 dehnen. C–F–Gsus4–G hält die Spannung einen Takt länger. Ein Pre-Chorus, der so endet, zwingt den Refrain fast herbei.
  • Frage und Antwort. Beende die erste Hälfte des Refrains auf der V und die zweite auf der I: C–Am–F–G, dann C–Am–G–C.

Trugschluss (V–vi): die Finte

Der Trugschluss baut die Spannung eines Ganzschlusses auf und landet dann woanders, fast immer auf der vi, der Tonikaparallele: von G nach Am in C-Dur, von D nach Em in G-Dur. Das funktioniert, weil die vi zwei Töne mit der I teilt (Am enthält C und E aus dem C-Dur-Akkord). Sie klingt deshalb wie eine traurigere Verwandte des Zuhauses, nicht wie ein Fehler.

Lass C–F–G–Am und G–C–D–Em laufen und spür, wie sich beim letzten Akkord der Boden bewegt.

Zwei Aufgaben, die er besonders gut erledigt:

  • Das Ende des Refrains verlängern. Sing die letzte Zeile über V–vi, wiederhole sie und schließ beim zweiten Mal mit V–I: F–G–Am–Am, dann F–G–C–C.
  • Eine Wendung im Text hörbar machen. Für eine größere Überraschung landest du auf der ♭VI: C–F–G–As klingt wie ein Film, der in eine andere Szene schneidet.

Kadenzen im aktuellen Pop: IV–I, ♭VII–I und Loops

Pop und Rock haben eigene Schlüsse dazuerfunden. Die meisten erreichen die I ohne Leitton, deshalb klingen sie offen und selbstbewusst statt feierlich. In der Tabelle steht B wie im Deutschen üblich für B♭, As für A♭ und Es für E♭.

SchlussIn C-DurIn G-DurWirkung
IV–IF–CC–GWarm, offen. Rock, Gospel, Folk
iv–IFm–CCm–GBittersüß, nostalgisch
♭VII–IB–CF–GHymnisch, ein bisschen trotzig
♭VI–♭VII–IAs–B–CEs–F–GTriumphal, eine Fanfare
V–IV–IG–F–CD–C–GDie Schlusswendung aus Blues und Rock

Beim ♭VII–I ersetzt ein Dur-Akkord einen Ganzton unter dem Grundton die V; er ist aus der Moll- oder mixolydischen Seite der Tonart geliehen. Hör dir C–F–B–C und G–C–F–G an: Das Ende landet, aber mit einem Schulterzucken statt einer Verbeugung. Setz die ♭VI davor, und du bekommst C–As–B–C, nach der Fanfare aus Super Mario Bros. auch „Mario-Kadenz“ genannt. Woher die ♭VII kommt, erklärt der Artikel über Kirchentonarten.

Viele aktuelle Songs laufen über einen Loop aus vier Akkorden wie I–V–vi–IV, den auch die Anleitung zum Popsong-Schreiben vorschlägt, und dieser Loop kadenziert nie: Er dreht sich einfach. Dann musst du das Ende selbst bauen. Du kannst ausblenden, die Band auf der IV stoppen und die Stimme allein in die I tragen lassen, oder den Loop im letzten Refrain mit einem echten V–I brechen. Diese Entscheidung gehört dazu, einen Song fertigzustellen, sie ist kein Detail für den Mix.

Welcher Schluss in welchen Songteil passt

SongteilÜblicher SchlussWarum
StropheHalbschluss (auf der V), oder auf IV oder viHält die Tür zum nächsten Teil offen
Pre-ChorusV oder Vsus4Maximaler Zug zum Refrain
Frühe RefrainsV–I mit der Melodie auf der Terz, Halb- oder TrugschlussKlingt fertig, verspricht aber eine Rückkehr
Letzter RefrainGanzschluss (V–I) oder Plagalschluss (IV–I)Das echte Ende, mit der Melodie auf dem Grundton
OutroErst Trugschluss, dann GanzschlussDu wiederholst die letzte Zeile und schließt beim zweiten Mal

Für ein sauberes Ende hältst du den I-Akkord ein, zwei Takte und singst den letzten Ton auf dem Grundton; endest du auf der Terz, klingt es wärmer und weicher. Welchen Ton du wirklich singst, prüfst du mit Welchen Ton singe ich.

Ein Refrain, vier Enden: ein durchgespieltes Beispiel in G-Dur

Hier ein eigener Refrain. Die ersten beiden Zeilen liegen über G–D–Em–C (I–V–vi–IV). Die letzten beiden, die den Refrain beenden, tragen den Schluss.

Die letzte Fähre, der Hafen liegt still,
ich weiß jetzt genau, was ich will,
dein Hof, deine Treppe, das Licht ist noch an:
ich bleibe hier, so lang ich kann
  1. Ganzschluss: G–C–D–G. Das Versprechen hält: „kann“ fällt auf G, und die Geschichte ist erzählt. Als Schleife anhören.
  2. Halbschluss: G–Em–C–D. Mach aus der letzten Zeile eine Frage, „warum klopf ich nicht einfach an?“, und ende auf D. Jetzt fragt der Refrain etwas, ideal für einen ersten Refrain, der direkt in die zweite Strophe fällt. Als Schleife anhören.
  3. Trugschluss: G–C–D–Em, dann C–D–G. Sing „doch keiner wohnt hier, der mir öffnen kann“ über Em: Der Akkord sackt genau in dem Moment ab, in dem der Text das leere Haus verrät. Wiederhol die letzte Zeile und schließ auf G. Als Schleife anhören.
  4. ♭VII–I: G–C–F–G. Derselbe Text wie in Version 1, mit mehr Haltung. Das F-Dur macht aus der Heimkehr eine Entscheidung, keine Erleichterung. Als Schleife anhören.

Auf dem Papier ist keine davon die richtige. Die richtige erzählt dasselbe wie die letzte Zeile: Eine Aussage verlangt einen Ganz- oder Plagalschluss, eine Frage einen Halbschluss, eine Wendung einen Trugschluss.

10-Minuten-Übung: das Ende deines Refrains umschreiben

  1. Minute 0–2, das Ende finden. Nimm einen eigenen Refrain oder den von oben und notier seine Tonart und die Akkorde der letzten beiden Takte. Der Quintenzirkel zeigt dir I, IV und V jeder Tonart.
  2. Minute 2–5, vier Schlüsse ausprobieren. Gib deinen Refrain im Player ein und tausch nur die letzten beiden Akkorde: V–I, IV–I, irgendein Akkord–V und V–vi. Hör jede Version zwei Durchläufe lang.
  3. Minute 5–8, den Text anpassen. Sing die letzte Zeile über jedes Ende und ändere ein, zwei Wörter, wo die Bedeutung nicht passt: eine Aussage über V–I, eine Frage über der V, eine Wendung über der vi.
  4. Minute 8–10, aufnehmen und prüfen. Nimm deine zwei Lieblingsversionen mit dem Handy auf. Halte bei der V–I-Version den letzten Ton im Tool zur Tonerkennung: Ist es nicht der Grundton, klingt das Ende weniger abgeschlossen, als die Akkorde versprechen.

Häufige Fehler bei Kadenzen

  • Jeden Teil mit V–I schließen. Wenn jeder Teil mit einem Punkt endet, bleibt der Song ständig stehen. Heb dir den stärksten Schluss für den Refrain auf.
  • Die Melodie über einem V–I schweben lassen. Die Akkorde sagen „Ende“, die Melodie hört auf der zweiten Stufe der Tonleiter auf, und das Ohr glaubt der Melodie.
  • Vergessen, dass Loops nicht enden. Ein Loop aus vier Akkorden braucht ein bewusst gebautes Ende: einen Stopp, ein IV–I oder ein V–I im letzten Durchlauf.

Wo Zoundroom hilft: jedes ausprobierte Ende unter seinem Text

Zoundroom spielt keine Akkorde, benennt keine Kadenzen und analysiert deine Aufnahmen nicht, und eine DAW ist es auch nicht: kein Mischen, keine Effekte, keine Mehrspuraufnahme. Das Hören übernehmen der Akkordfolgen-Player und die Tonerkennung im Browser. Nützlich wird Zoundroom, damit deine Entscheidung beim Song bleibt. Jeder Song ist ein Projekt mit Aufnahmen, Songtexten, Notizen und Dateien: Öffne im Projekt des Refrains eine Notiz, schreib die vier Enden unter den Text (G–C–D–G, G–Em–C–D und so weiter), füg die Player-Links ein und nimm jede gesungene Version direkt in der Notiz mit der App auf dem Handy auf. Der Take landet an der Cursorposition, direkt unter dem Ende, zu dem er gehört. Nächste Woche hörst du sie auf iOS, Android oder im Web nacheinander an und weißt noch, welcher Schluss zu welcher letzten Zeile gehörte. Hängt es am Text, kann Auralis, der Assistent der App, dir andere letzte Zeilen oder Akkord-Enden als Text vorschlagen, nie als Audio. Dein nächster Schritt: Leg im Projekt deines Songs eine Notiz „Refrain-Enden“ an und nimm deine zwei Lieblingsversionen auf, bevor du dich entscheidest.

Häufige Fragen

Was ist eine Kadenz in der Musik?

Eine Akkordfolge, die eine Phrase, einen Abschnitt oder ein ganzes Stück abschließt. Wie Satzzeichen klingen manche Kadenzen wie ein Punkt (V–I), andere wie ein Komma oder eine Frage (die, die auf der V enden).

Welche Kadenzarten gibt es?

Die vier wichtigsten Schlüsse sind der Ganzschluss oder authentische Schluss (V–I), der Plagalschluss (IV–I), der Halbschluss (ein beliebiger Akkord zur V) und der Trugschluss (von der V zu einem anderen Akkord als der I, meist zur vi). Die ersten beiden schließen eine Phrase, die anderen beiden halten sie offen.

Was bedeutet T–S–D–T?

Das ist die vollständige Kadenz der Funktionstheorie: Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika, in C-Dur also C–F–G–C. Sie enthält alle Töne der Tonleiter und legt damit die Tonart eindeutig fest. Für Songwriter ist vor allem ihr Ende wichtig: D–T ist der Ganzschluss.

Auf welchem Akkord sollte ein Song enden?

Meist auf der I, erreicht über V–I oder IV–I, mit der Melodie auf dem Grundton für das deutlichste Ende. Ein Song kann aber auch offen enden, auf der IV oder V, oder über dem Loop ausgeblendet werden, wenn der Text die Geschichte offenlässt.

Ist V–I oder IV–I besser für das Ende eines Refrains?

V–I klingt entschiedener und passt zu Pop und Balladen, die von Spannung und Auflösung leben. IV–I klingt wärmer und passt zu Rock, Gospel und Folk. Lass beide unter deiner letzten Zeile laufen und behalte das Ende, das dasselbe sagt wie der Text.

Quellen

Alle Seiten wurden am 28. September 2026 aufgerufen.

  • Wikipedia, „Kadenz (Harmonielehre)“: Kadenz als Akkordfolge, die einen Abschnitt oder ein Stück abschließt; die vollständige Kadenz T–S–D–T umfasst alle Töne der Tonleiter und legt die Tonart fest; authentischer Schluss (Ganzschluss) D–T, Plagalschluss S–T, Halbschluss auf der Dominante, Trugschluss D–Tp. de.wikipedia.org
  • Wikipedia (englisch), „Cadence“: Bedingungen des vollkommenen Ganzschlusses; Halbschluss; Plagal- oder Amen-Schluss; Trugschluss V–vi; deutsche Bezeichnungen Ganzschluss, Halbschluss, Trugschluss. en.wikipedia.org
  • Wikipedia (englisch), „Plagal cadence“: IV–I, der Amen-Schluss in Kirchenliedern, weicher als der authentische Schluss; der Moll-Plagalschluss iv–I und sein bittersüßer Klang; die IV als häufigster Akkord vor der Tonika im Rock. en.wikipedia.org
  • David Temperley, „The Cadential IV in Rock“, Music Theory Online 17.1 (April 2011): Von 200 Songs der Rolling-Stone-Liste haben 32 % Ganzschlüsse am Abschnittsende und 18,5 % Plagalschlüsse. mtosmt.org
  • Wikipedia (englisch), „Borrowed chord“: Der Schluss ♭VII–I anstelle der V ist verbreitet; Dur-Dreiklänge auf ♭III, ♭VI und ♭VII sind in populärer Musik häufig; die Moll-iv in Dur. en.wikipedia.org
  • Wikipedia (englisch), „Backdoor progression“: iv7–♭VII7–I als Alternative zu ii–V–I; ♭VI–♭VII–I, bekannt als Mario-Kadenz nach Super Mario Bros. en.wikipedia.org
  • Wikipedia (englisch), „V–IV–I turnaround“: Schlusswendung des Zwölftaktblues, verbreitet im Rock ’n’ Roll. en.wikipedia.org