R&B-Song schreiben: Akkorde, Groove, Melodie und Text
Veröffentlicht
R&B-Song schreiben Schritt für Schritt: Septakkord-Loops wie ii7–V7–Imaj7, ein entspannter Groove, dosierte Melismen, intime Texte und Gesangsschichten, mit Audio.
Um einen R&B-Song zu schreiben, ersetzt du einfache Dreiklänge durch Septakkorde: Dm7–G7–Cmaj7 (ii7–V7–Imaj7) oder Fmaj7–Em7–Am7 (IVmaj7–iii7–vi7) sind gute erste Loops. Wähl einen entspannten Groove, etwa 60–80 BPM für einen Slow Jam oder 80–100 für Midtempo, und sing darüber, bis die Strophe wie Reden klingt und der Refrain aufgeht. Heb dir Melismen für wenige ausgewählte Wörter auf. Schreib den Text wie ein privates Gespräch: eine Person, ein Zimmer, ein Moment, erzählt mit kleinen, konkreten Details. Dann planst du die Gesangsschichten (eine Dopplung, eine Harmonie, ein paar Ad-libs) und nimmst noch am selben Tag ein grobes Demo auf.
Weiter unten findest du drei Hörbeispiele, Loops für den kostenlosen Akkordfolgen-Player, einen Originalsong, der für diesen Artikel geschrieben wurde, und die Fehler, durch die R&B steif oder überladen klingt.
Was einen Song zum R&B-Song macht: die Merkmale in einer Tabelle
„Rhythm and Blues“ begann als Branchenetikett: Das Magazin Billboard übernahm den Begriff 1949, geprägt haben soll ihn Jerry Wexler, der damals dort schrieb. Heute meint „R&B“ vor allem Contemporary R&B, der Ende der 1970er und in den 1980ern aus Soul, Funk, Pop, Jazz, elektronischer Musik und Hip-Hop entstand. Als Stilreferenzen kannst du an Contemporary R&B (Usher, Alicia Keys, Beyoncé), Neo-Soul (D’Angelo, Erykah Badu, Maxwell) und Alternative R&B (Frank Ocean, SZA, The Weeknd) denken. Dass R&B auch auf Deutsch funktioniert, zeigt Joy Denalane: Die Soul- und R&B-Sängerin verbindet ihre Arrangements mit deutschen Texten, ihr Debütalbum Mamani war komplett deutschsprachig.
| Element | Typisch für R&B | Warum es funktioniert |
|---|---|---|
| Harmonik | Sept- und Nonakkorde: maj7, m7, Dominantseptakkord | Kein Akkord klingt flach |
| Groove | Entspannte Drums, oft im Half-Time-Feel | Die Stimme hat Platz zum Schweben und Gleiten |
| Tempo | Slow Jam etwa 60–80 BPM, Midtempo etwa 80–100 | Zeit für lange Töne und Melismen |
| Form | Strophe → Pre-Chorus → Refrain, Bridge, Outro mit Ad-libs | In der letzten Minute darf die Stimme loslassen |
| Melodie | Erzählende Strophe, offener Refrain, Melismen auf wenigen Wörtern | Ein Melisma wirkt, wenn es selten ist |
| Text | Liebe, Begehren, Trennung, Verlust; jemand spricht mit jemandem | Klingt wie ein privates Gespräch |
| Gesang | Leadstimme mit Dopplungen, Harmonien und Ad-libs | Die Schichten gehören zum Songwriting |
Die Form ähnelt der im Pop (die Anleitung zum Popsong behandelt Hook und Titel); anders sind Harmonik, Groove und die Art, wie sich die Stimme bewegt.
Hör dir den R&B-Sound an: Septakkorde in zwei Loops
Drück auf Play und folge den Zeitangaben. Das sind kurze, synthetisierte Lernbeispiele, keine fertigen Produktionen.
Nach einem Takt Einzähler (etwa drei Sekunden) spielt ein weiches Pad Dm7 ab etwa 0:03, G7 ab etwa 0:06 und Cmaj7 ab 0:09, zwei Takte lang; bei etwa 0:14 beginnt der Loop von vorn. Hör, wie wenig sich bewegt: Das F aus Dm7 bleibt liegen und wird zur Septime von G7, dann rutscht es einen Halbton tiefer auf E, die Terz von Cmaj7. Diese weiche Stimmführung erklärt, warum ii–V–I im Jazz, im R&B und im Pop vorkommt. Und Cmaj7 klingt nicht nach Schlusspunkt wie ein schlichtes C: Das H hält den Akkord zum Leuchten.
Nach dem Einzähler spielt das Arpeggio Fmaj7 ab etwa 0:03, G7 ab etwa 0:05, Em7 ab etwa 0:08 und Am ab etwa 0:11, danach wiederholt sich alles ab etwa 0:14. Die Folge landet nie auf C, der Loop schwebt weiter: ideal für einen Refrain über Sehnsucht statt Ankommen. Im japanischen Pop heißt diese Reihenfolge „Royal Road“; dieselben Farben in anderer Ordnung sind im R&B tägliches Handwerkszeug.
Schritt 1: Ersetze Dreiklänge durch Sept- und Nonakkorde
Ein Septakkord ist ein Dreiklang mit einem weiteren Ton eine Terz darüber; der Nonakkord setzt noch einen obendrauf. Das Rezept:
| Akkord | Symbol | Töne in C | Klang |
|---|---|---|---|
| Großer Septakkord | Cmaj7 | C–E–G–H | Warm, verträumt, in Ruhe |
| Moll-Septakkord | Dm7 | D–F–A–C | Weiches, entspanntes Moll |
| Dominantseptakkord | G7 | G–H–D–F | Zieht nach C |
| Großer Nonakkord | Cmaj9 | C–E–G–H–D | Cmaj7 mit mehr Luft |
| Moll-Nonakkord | Dm9 | D–F–A–C–E | Weiches Moll mit Schimmer |
| Dominant-Nonakkord | G9 | G–H–D–F–A | Spannung mit runden Kanten |
Die Übersicht der Akkordarten erklärt, wie jeder Akkord aufgebaut ist. Für R&B decken diese Loops viel ab:
| Folge | In C | Charakter | Probier sie aus |
|---|---|---|---|
| ii7–V7–Imaj7 | Dm7–G7–Cmaj7 | Sanftes Ankommen | Loop mit 72 BPM |
| IVmaj7–iii7–vi7 | Fmaj7–Em7–Am7 | Wehmütig, nie ganz zu Hause | Loop mit 72 BPM |
| Imaj7–IVmaj7 | Cmaj7–Fmaj7 | Zwei Akkorde, die schweben | Loop mit 80 BPM |
| IVmaj7–iii7–ii7–Imaj7 | Fmaj7–Em7–Dm7–Cmaj7 | Eine langsame Treppe abwärts | Loop mit 76 BPM |
| i7–iv7 (Moll) | Dm7–Gm7 | Dunkel, mit Neo-Soul-Pocket | Loop mit 90 BPM |
Der Player spielt Septakkorde, aber keine Nonakkorde, und sein vi ist ein Am ohne Septime: Die None oder das G, das aus Am ein Am7 macht, ergänzt du auf deinem Instrument.
Am Klavier bleibt der Grundton in der linken Hand, die rechte bewegt sich so wenig wie möglich. Für Dm9–G9–Cmaj9 spielst du F–A–C–E, dann F–A–H–D, dann E–G–H–D: Bei jedem Wechsel bewegen sich nur zwei Töne, immer schrittweise. Auf der Gitarre reichen offene Griffe: Dm7 xx0211, G7 320001, Cmaj7 x32000, Fmaj7 xx3210, Em7 020000, Am7 x02010. Aber reichere nicht jeden Akkord an: Zwei oder drei volle Akkorde pro Loop über einem einfachen Bass klingen besser als eine Tredezime auf jedem Schlag. Die Akkordfolgen für Songwriter bieten weitere Farben.
Schritt 2: Finde Groove und Tempo
Im R&B zählt der Groove mehr als die Zahl auf dem Metronom. Eine Analyse von 50 beliebten R&B-Songs auf Apple Music fand Tempi zwischen 74 und 172 BPM, im Schnitt 109, und kam zu dem Schluss, dass Akkorde, Melodien und Instrumente den Stil stärker prägen als das Tempo. Sie zeigt auch eine Zählfalle: „Leave the Door Open“ von Silk Sonic läuft mit 74 BPM, auch wenn manche Seiten 148 angeben, also denselben Song im Double-Time gezählt.
Diese Falle ist der Schlüssel zum R&B-Groove: Viele Songs wirken langsam, weil die Snare nur auf Zählzeit 3 jedes Takts kommt (Half-Time), während Hi-Hats und Gesang in Sechzehnteln laufen. Entscheide erst das Gefühl, dann die Zahl:
- Slow Jam: etwa 60–80 BPM, sparsame Drums, lange Töne. Probier im Player die Drums „ballad“.
- Midtempo: etwa 80–100 BPM, ein Groove zum Mitnicken. Probier „boombap“ für eine Neo-Soul-Pocket.
- Aktueller R&B mit Trap-Einfluss: Stell die Drums „trap“ auf 140 BPM; mit der Snare auf der 3 fühlt sich das wie 70 an. Probier so Am7–Dm7–F–G.
Nach dem Einzähler (etwa drei Sekunden) klingt Dm7 zwei Takte lang, Gm7 kommt bei etwa 0:08, Dm7 kehrt bei etwa 0:13 zurück und Gm7 noch einmal bei etwa 0:19. Zwei Akkorde und ein Beat lassen sehr viel Raum. Summ darüber und merk, wie leicht es fällt, ein kleines bisschen hinter dem Schlag zu singen; Neo-Soul hat diese Lässigkeit zum Markenzeichen gemacht und mit Timing im Mikrobereich gespielt. Hast du schon ein Tempo im Kopf, tipp es ins Tap-Tempo-Metronom.
Schritt 3: Schreib eine Melodie mit dosierten Melismen
Ein Melisma ist eine Silbe, die über mehrere Töne gesungen wird. Ab den 1980ern wurde melismatischer Gesang im westlichen Pop zum Maßstab für stimmliches Können, und „Vision of Love“ (1990) von Mariah Carey gilt als der Song, der ihn unter R&B-Stimmen populär gemacht hat. Um 2008–2009 kamen schlichtere Stimmen zurück. Schreib für diesen Geschmack: Melismen als Gewürz, nicht als Hauptgericht. Es funktionieren die Verzierungen, die aus deiner Art zu singen kommen, nicht die kopierten; der Ratgeber die eigene Stimme finden hilft dir, sie auseinanderzuhalten.
- Schreib die Melodie zuerst ohne Verzierungen. Ein Ton pro Silbe in der Strophe, wie gesungenes Sprechen. Die Anleitung Melodie schreiben hilft dir beim Formen.
- Höchstens ein Melisma pro Phrase. Setz es auf das letzte betonte Wort einer Zeile oder auf den Titel.
- Such offene Vokale. „Aus“, „da“, „so“ tragen ein Melisma gut; „mit“, „nicht“ oder „ich“ kaum.
- Bau das Melisma aus Tönen, die schon passen: den Tönen des Akkords darunter und der Dur-Pentatonik der Tonart (in C: C, D, E, G, A). Beginn und ende auf einem Akkordton. Ist dir die Pentatonik neu, erklärt sie der Ratgeber zu Tonleitern fürs Songwriting Schritt für Schritt.
- Halt die Wörter verständlich. Geht der Titel im Melisma unter, streich Töne.
Zum Üben machst du fünf Minuten Einsingübungen, singst das Melisma im halben Tempo und prüfst jeden Ton mit Welchen Ton singe ich?; schneller wird es erst, wenn die langsame Version sauber sitzt. Melismen brauchen Luft, und die Atemübungen zum Singen helfen dir, eine lange Phrase ohne Pressen zu Ende zu bringen.
Schritt 4: Schreib einen Text, der wie ein privates Gespräch klingt
Texte im Contemporary R&B drehen sich meist um Liebe, Beziehungen, Trennung und Verlust; Alternative R&B hat das Spektrum um Spiritualität und persönliche Lebensfragen erweitert. Egal, worum es geht: Die Stimme ist intim, eine Person spricht mit einer anderen, oft im selben Raum.
- Sprich jemanden an. Ein konkretes „du“ wiegt mehr als „die Leute“.
- Gib Uhrzeit und Ort an: drei Uhr nachts, ein parkendes Auto, eine Küche.
- Gegenstände statt Adjektive. Eine Jacke auf dem Stuhl sagt mehr als „so allein“.
- Sag weniger, als du fühlst. Den großen Satz hebst du dir für den Refrain oder die Ad-libs auf.
- Lass Lücken. Ein halber Takt Stille nach einer Zeile ist der Platz für spätere Ad-libs.
Gleich die Zeilenlängen mit dem Silbenzähler ab und such Reime im Reimlexikon. Ist es im Kern ein Liebeslied, hilft dir die Anleitung Liebeslied schreiben, Klischees zu umgehen.
Ausgearbeitetes Beispiel: „Lass das Licht noch aus“
Ein erster Entwurf, geschrieben für diesen Artikel, mit 72 BPM in C und den Drums „ballad“. Transponier ihn in deine Tonart, bevor du singst. Die Szene: ein Wochentagsmorgen, kurz nach dem Wecker, und niemand will das Licht anmachen.
Strophe 1 (Dm7–G7–Cmaj7–Cmaj7, zweimal; tief, ein Ton pro Silbe)
Der Wecker klingelt, du drückst ihn weg,
die Straßenbahn quietscht vorm Haus,
dein Hemd hängt schief über dem Stuhl,
und es sieht nach Regen aus.
Dein Handy zeigt schon sieben Uhr,
du suchst im Dunkeln nach dem Schuh,
ich hör dich leise fluchen
und mach die Augen wieder zu.
Pre-Chorus (Fmaj7–Em7–Dm7–G7; steigend, fast geflüstert)
Die Welt da draußen kann noch warten,
sie wartet sowieso.
Refrain (Fmaj7–Em7–Am7–Am7, dann Fmaj7–Em7–Dm7–G7; höher, lange Töne)
Lass das Licht noch aus,
der Tag fängt ohne uns an,
lass das Licht noch aus,
ich halt die Zeit, so lang ich kann.
Was jeder Teil macht:
- Strophe: vier Details (Wecker, Straßenbahn, Hemd, Schuh) und kein benanntes Gefühl. Eine Zeile pro Takt, also landen „aus“ und „zu“ auf Cmaj7, dem Akkord des Ankommens.
- Pre-Chorus: liefert die Ausrede zum Bleiben, und das G7 am Ende lässt die Frage offen.
- Refrain: Das erste „aus“ bekommt das einzige Melisma des Songs: E–D–C–A auf Fmaj7, mit Landung auf A, der Terz des Akkords. Alles andere bleibt ein Ton pro Silbe, so geht der Titel nie verloren. „An“ und „kann“ reimen sich auf einem offenen A, das du halten kannst.
- Schichten: eine Dopplung im ganzen Refrain, eine Harmonie eine Terz höher auf „Licht noch aus“, eine tiefe Oktave unter dem ersten „Lass“ und Ad-libs in den Lücken nach Zeile 2 und 4.
- Wie es weitergeht: In Strophe 2 fährt die nächste Bahn ohne euch ab; die Bridge über Cmaj7–Fmaj7 ist der erste Moment, in dem jemand sagt, was er oder sie fühlt.
Leg die ganze Form im Songstruktur-Planer an: Intro 2 Takte, Strophe 8, Pre-Chorus 4, Refrain 8, Strophe 8, Pre-Chorus 4, Refrain 8, Bridge 4, Refrain 8 und ein Outro von 4 Takten für Ad-libs, etwa 3:13 bei 72 BPM.
Schritt 5: Plane die Gesangsschichten
Im R&B werden Backing Vocals geschrieben, nicht am Ende draufgepackt. Plan sie zuerst auf Papier:
| Schicht | Was sie ist | Wo sie hingehört |
|---|---|---|
| Leadstimme | Die Hauptmelodie | Überall |
| Dopplung | Dieselbe Melodie noch einmal, so gleich wie möglich | Im Refrain, damit er breiter wird |
| Harmonie | Eine Terz (oder Quinte) über der Melodie | Auf Titelwörtern und Zeilenenden |
| Tiefe Oktave | Die Melodie eine Oktave tiefer | Unter Schlüsselwörtern, für Gewicht |
| Ad-libs | Freie Phrasen, Seufzer, Antworten auf die Leadstimme | In Lücken, im letzten Refrain, im Outro |
Aus der Tontechnik kommt der Rat, die Refrainmelodie eine Oktave höher oder tiefer sowie eine Terz oder Quinte darüber auszuprobieren und Ad-libs über einem Abschnitt im Loop aufzunehmen, als stündest du auf der Bühne. Beim Schreiben singst du jede Stimme einmal als eigene Referenzaufnahme ein; das Übereinanderschichten gehört in eine DAW wie GarageBand oder BandLab. Die Anleitung Gesang zu Hause aufnehmen erklärt Mikrofonabstand, Pegel und Raumgeräusche.
Typische Fehler beim R&B-Schreiben (und die Lösung)
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Klingt wie Fahrstuhlmusik | Volle Akkorde ohne Geschichte und Hook | Eine klare Situation und ein Titel, den der Refrain wiederholt |
| Die Harmonik klingt matschig | Nonen und Undezimen auf jedem Akkord | Zwei oder drei volle Akkorde pro Loop, einfacher Bass |
| Niemand versteht den Text | Melismen in jeder Zeile | Ein Melisma pro Phrase, Strophe syllabisch |
| Der Groove wirkt steif | Drums und Stimme kleben am Raster | Half-Time-Feel, Stimme ein bisschen hinter dem Schlag |
| Der Text klingt beliebig | Nur „Baby“, „heute Nacht“, „für immer“ | Eine Uhrzeit, ein Ort und zwei Gegenstände |
| Die Harmonien reiben sich | Improvisierte Chöre | Jede Stimme ausschreiben, Töne prüfen, einzeln aufnehmen |
Nimm heute dein erstes R&B-Demo auf
Ein erstes Demo muss nur zeigen, dass der Groove sitzt, der Refrain abhebt und das Melisma dort landet, wo du es wolltest.
- Sing dich fünf Minuten mit den Einsingübungen ein.
- Lass deine Akkordfolge im Player im endgültigen Tempo laufen, leise, von Laptop oder Tablet. Passt C nicht zu deiner Stimme, prüf, welche Tonart zu deiner Stimme passt, und stell die Tonart im Player um.
- Nimm den ganzen Song einmal mit dem Handy auf, 15–20 cm vom Mund entfernt, Fehler inklusive.
- Nimm den Refrain auf drei Arten auf: ohne Melisma, mit einem kurzen, mit einem langen.
- Sing jede Harmonie-Idee einmal als eigene Aufnahme ein: die Terz darüber, die tiefe Oktave, ein paar Ad-libs.
- Hör dir alles am nächsten Tag an und wähl von jedem Teil eine Version.
Für eine sauberere Fassung mit getrennten Spuren hilft dir die Anleitung Demoaufnahme zu Hause.
Wo Zoundroom hilft: Akkorde, Melismen und jede Gesangsidee in einem Song
Zoundroom ist keine vollständige DAW: Im Mehrspur-Editor schichtest du Harmonien und Doppelungen über deinen Take, bis zu 8 Spuren mit EQ, Kompressor und Delay, aber die App korrigiert keine Tonhöhe und hat weder Hall noch Panning. Die fertig produzierte Fassung entsteht also in GarageBand, BandLab oder einer anderen DAW, und ein Stimmgerät oder Gesangscoaching gibt es in der App auch nicht. Was sie zusammenhält, ist das, was ein R&B-Song beim Schreiben hervorbringt: den Text mit seinen Akkordsymbolen, drei Versionen desselben Melismas und die Harmonie-Ideen, die du einmal eingesungen hast. Jeder Song ist ein Projekt mit seinen Aufnahmen, Texten, Notizen und Dateien. Leg also ein Projekt „Lass das Licht noch aus“ an, schreib den Refrain in eine Notiz mit den Akkorden über jeder Zeile und nimm, während der Loop im Player läuft, die Melisma-Versionen direkt in dieser Notiz mit dem Handy auf; jede Aufnahme landet an der Cursorposition, genau unter ihrer Zeile. Importier die Sprachnotiz von gestern Abend oder den GarageBand-Export deiner Schichten ins selbe Projekt und öffne alles später unter iOS, Android oder im Web. Mit Free teilst du ein Projekt mit bis zu zwei Artists; Pro bringt Kommentare mit Zeitmarke (wer kommentiert, braucht selbst Pro oder Band), damit jemand, der mit dir schreibt, auf die Sekunde zeigen kann, an der das Melisma zu viel wird. Auralis, der Assistent der App, schlägt Zeilen, Wortfelder oder Akkorde als Text vor; Audio erzeugt er nicht, und deine Aufnahmen hört er sich nicht an. Dein nächster Schritt: Leg heute das Projekt an und nimm den Refrain auf drei Arten in dieser Notiz auf.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich als Anfänger einen R&B-Song?
Lass Dm7–G7–Cmaj7 mit etwa 72 BPM im Player laufen und summ zehn Minuten darüber, während du alles aufnimmst. Gib der Phrase, die hängen bleibt, einen kurzen Titel, und du hast einen Refrain. Schreib die Strophe als ruhige Szene mit zwei oder drei Gegenständen, setz ein einziges Melisma auf den Titel und nimm ein Handy-Demo auf.
Welche Akkorde nutzt man im R&B?
Vor allem Sept- und Nonakkorde: Cmaj7, Dm7, G7 und ihre Nonen-Varianten. Häufige Loops sind ii7–V7–Imaj7, IVmaj7–iii7–vi7, Imaj7–IVmaj7 und in Moll i7–iv7. Der satte Klang kommt aus der Farbe der Akkorde, nicht aus schnellen Wechseln: Viele R&B-Songs kommen mit zwei bis vier Akkorden aus.
Welches Tempo hat R&B?
Ein einheitliches Tempo gibt es nicht. Als Startpunkt liegen Slow Jams bei etwa 60–80 BPM und Midtempo-R&B bei etwa 80–100. Viele Songs fühlen sich wegen des Half-Time-Grooves langsamer an, als ihre Zahl sagt, deshalb taucht derselbe Song mit 74 oder 148 BPM auf. Entscheide zuerst das Gefühl.
Wie schreibt man einen R&B-Text?
Schreib eine Hälfte eines privaten Gesprächs: Sprich ein „du“ an, gib Uhrzeit und Ort an und lass Gegenstände das Gefühl tragen. Schlichte Strophen, der große emotionale Satz im Refrain und kurze Pausen für Ad-libs.
Wie setze ich Melismen, ohne zu übertreiben?
Schreib die Melodie erst schlicht und erlaub dann ein Melisma pro Phrase, auf einem offenen Vokal und einem wichtigen Wort. Bau es aus Akkordtönen und der Pentatonik der Tonart, üb es langsam mit Tonkontrolle und streich Töne, wenn das Wort unverständlich wird.
Quellen
Alle Seiten abgerufen am 28. September 2026.
- Wikipedia (englisch), „Rhythm and blues“: Begriff Jerry Wexler von Billboard zugeschrieben; 1949 als Chart-Bezeichnung anstelle von „race music“ übernommen; der neuere Stil, bekannt als Contemporary R&B, seit Ende der 1980er. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Contemporary R&B“: Ursprung Ende der 1970er und Anfang der 1980er; weiche, üppige Vokalarrangements; Melisma; Themen Liebe, Beziehungen, Trennung und Verlust; Künstler wie Usher, Alicia Keys und Beyoncé. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Neo soul“: D’Angelo, Maxwell, Erykah Badu und Lauryn Hill als Künstler des Durchbruchs; Experimente mit dem Groove auf mikrorhythmischer Ebene. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Alternative R&B“: Künstler wie Frank Ocean, SZA und The Weeknd; Themen erweitert um Spiritualität und persönliche Lebensphilosophien. wikipedia.org
- Wikipedia, „Joy Denalane“: deutsche Soul- und R&B-Sängerin mit deutschen Texten; Debütalbum Mamani komplett deutschsprachig. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Melisma“: Definition; „Vision of Love“ (1990) als Song, der melismatischen Gesang unter R&B-Stimmen populär machte; Rückkehr zu schlichteren Stilen um 2008–2009. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „ii–V–I progression“: Dm7–G7–Cmaj7 in C; die Terz eines Akkords wird zur Septime des nächsten; Einsatz in Jazz, R&B, Pop, Rock und Country. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Ninth chord“: Töne von C9, Cmaj9 und Cm9. wikipedia.org
- Wikipedia (englisch), „Royal road progression“: IVmaj7–V7–iii7–vi, FM7–G7–Em7–Am in C, verbreitet im japanischen Pop. wikipedia.org
- Whipped Cream Sounds, „What Tempo is RnB Music Made At? We Analysed 50 Songs“ (Adam Grainger): 50 beliebte R&B-Songs auf Apple Music, 74 bis 172 BPM, Durchschnitt 109, 22 von 50 zwischen 80 und 120, „Leave the Door Open“ mit 74 statt 148 BPM. whippedcreamsounds.com
- eMastered, „7 R&B Chord Progressions Every Songwriter Should Know“ (Tyler Connaghan, 20. August 2024): Einsatz von Sept-, Non-, Undezim- und Tredezimakkorden im R&B. emastered.com
- Audient, „Producing Vocal Layers, Ad-Libs and Backing Vocals“ (Ady Parzentny): Harmonien eine Oktave höher oder tiefer sowie eine Terz oder Quinte darüber; Ad-libs über einem Loop aufgenommen. audient.com