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Traurige Akkordfolgen: 6 Beispiele mit Audio und Erklärung

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Sechs traurige Akkordfolgen mit Hörbeispielen und Akkordnamen. Hör dieselbe Melodie in Dur und Moll, versteh, woher die Traurigkeit kommt, und meide Kitsch.

Gitarrist allein auf einem Sofa im blauen Abendlicht am Fenster, der leise einen Akkord spielt, daneben eine Tasse Tee und Kopfhörer

Eine Akkordfolge klingt traurig, wenn ihr Grundakkord Moll ist, wenn eine Dur-Tonart einen Mollakkord borgt (die Mollsubdominante iv, also Fm in C-Dur), wenn sie auf der vi beginnt statt auf der I oder wenn der Bass abwärts geht. Ein langsameres Tempo und mehr Raum erledigen den Rest. Diese sechs traurigen Akkordfolgen funktionieren, hier in a-Moll oder C-Dur:

AkkordfolgeAkkordeArt der Traurigkeit
i–♭VI–♭III–♭VIIAm–F–C–GWeit, ergeben, filmisch
i–iv–i–VAm–Dm–Am–EKlagend, geschlossen
I–IV–iv–IC–F–Fm–CNostalgisch: Dur mit Schatten
vi–IV–I–VAm–F–C–GUnruhig, Traurigkeit mit Energie
i–♭VII–♭VI–VAm–G–F–ESchicksalhaft, dramatisch
IVmaj7–V7–iii7–viFmaj7–G7–Em7–AmBittersüß, sehnsüchtig

Jede hat unten ein Hörbeispiel und einen Link, der sie in den kostenlosen Akkordfolgen-Player lädt. Für römische Stufenzahlen und die helleren Folgen fang mit Akkordfolgen für Songwriter an. Akkordnamen stehen hier in deutscher Schreibweise: H ist das englische B, B das englische B♭.

A/B-Test: dieselbe Melodie in Dur und in Moll

Die Beispiele sind kurze, im Browser synthetisierte Lernskizzen. Hör sie direkt nacheinander.

Dur · C–G–Am–F · 80 BPM
Moll · Cm–B–As–B · 80 BPM

Beide beginnen mit einem Takt Einzähler (0:00–0:03) und wechseln den Akkord bei 0:03, 0:06, 0:09 und 0:12. Die Melodie hat in beiden denselben Rhythmus und dieselbe Kontur: Sie steigt bei 0:03, steigt und springt bei 0:06 wieder zurück, fällt bei 0:09 und steigt bei 0:12 wieder.

Dur (C)Moll (c)
Terz der TonleiterEEs
SexteAAs
SeptimeHB
AkkordeC–G–Am–FCm–B–As–B
Rhythmus, Kontur, TempoGleichGleich

Hör bei 0:03 hin: Schon der erste Melodieton macht den Unterschied. E über C klingt offen; Es über Cm, einen Halbton tiefer, klingt wie derselbe Satz, nur leise gesagt. Bei 0:06 wird aus H ein B, und die Phrase verliert ihren Zug zum C. Bei 0:09 fällt die Dur-Melodie über A zum E, die Moll-Melodie über As zum Es – und As ist ein Ton, der noch einen Halbton tiefer sinken will, zum G. Im zweiten und vierten Takt passt sich die Moll-Melodie außerdem dem B-Akkord an (bei 0:12 spielt sie D–F–B statt F–A–C), aber ihre Richtung ändert sich nie.

Rhythmus, Tempo und Kontur sind gleich geblieben, und die Stimmung ist gekippt. Die tiefe Terz verdunkelt den Grundakkord, die tiefe Sexte bringt einen fallenden Halbton, und die tiefe Septime nimmt das H weg, den Leitton, der am stärksten zum Grundton drängt. Deshalb klingt jede Rückkehr weicher.

Was eine Akkordfolge wirklich traurig macht

Fünf Dinge, die du mit Akkorden steuerst:

  1. Ein Mollakkord als Zuhause. Eine kleine Terz über dem Grundton (C zu Es, drei Halbtöne statt vier) verdunkelt den ganzen Loop.
  2. Fallende Halbtöne. Die tiefe Sexte, die zur Quinte fällt (F zu E in a-Moll, As zu G in C-Dur), klingt wie ein Seufzer.
  3. Fern vom Zuhause beginnen. Startet der Loop auf der vi, kommt die Dur-I wie ein Lichtstreif, nicht wie ein Ankommen.
  4. Ein Bass, der abwärts geht. Barockkomponisten nutzten den Abstieg in vier Tönen vom Grundton zur Quinte darunter (A–G–F–E) so oft für Trauer, dass man ihn Lamentobass nennt.
  5. Schlüsse, die sich nicht auflösen. Wer auf vi, ♭VI oder ♭VII endet statt auf V–I, lässt die Frage offen.

Sechs traurige Akkordfolgen mit Hörbeispiel

Jeder Link öffnet die Folge im Player mit dem Tempo und der Spielweise, die du hörst; dort kannst du die Tonart an deine Stimme anpassen.

i–♭VI–♭III–♭VII: ergeben und filmisch (Am–F–C–G)

i–♭VI–♭III–♭VII · Am–F–C–G · 76 BPM

Nach dem Einzähler (0:00–0:03): Am bei 0:03, F bei 0:06, C bei 0:09, G bei 0:12, und ab 0:15 wiederholt sich der Loop. Bei 0:06 fällt der Bass von A auf F, die tiefe Sexte, während das A im Akkord bleibt. Das C bei 0:09 ist der hoffnungsvolle Akkord des Loops. Das entscheidende Detail kommt bei 0:12: Dieses G ist ♭VII, nicht V, also gibt es kein Gis, das zurück nach Am zieht. Die Rückkehr bei 0:15 ist ein Treiben, kein Ankommen, und der Loop klingt nie fertig. Deshalb passt er eher zum Annehmen als zur Verzweiflung: Refrains über einen Verlust, die trotzdem wachsen sollen.

i–♭VI–♭III–♭VII im Player als Loop abspielen. Für eine leisere Strophe probier sie mit 66 BPM, Flächensound und ohne Schlagzeug.

i–iv–i–V: klagend, mit einer Dur-V, die zurückzieht (Am–Dm–Am–E)

i–iv–i–V · Am–Dm–Am–E · 70 BPM

Eine weiche Fläche spielt Am bei 0:03, Dm bei 0:06, Am bei 0:10 und E bei 0:13; der zweite Durchlauf beginnt bei 0:17 und erreicht das E wieder bei 0:27. Zwei Dinge erzeugen den Schmerz. Wenn Dm bei 0:10 zurück nach Am geht, fällt sein F einen Halbton zum E: der Seufzer. Und das E bei 0:13 ist E-Dur, mit einem Gis, das nicht zu natürlich a-Moll gehört; für einen Moment klingt es wie eine Tür, die aufgeht. Dann steigt das Gis zum A, und du bist bei 0:17 wieder in Am. Die Hoffnung ist da, und die Folge schließt sie jedes Mal wieder. Bei 70 BPM ist sie die schmerzlichste der sechs, ideal unter Strophen, die etwas erzählen, das niemand mehr ändern kann.

i–iv–i–V im Player als Loop abspielen

I–IV–iv–I: Dur mit Schatten (C–F–Fm–C)

I–IV–iv–I · C–F–Fm–C · 76 BPM

C bei 0:03, F bei 0:06, Fm bei 0:09 und C bei 0:12; der zweite Durchlauf beginnt bei 0:15, mit Fm wieder bei 0:22. Alles ist hell bis 0:09, wo sich ein einziger Ton ändert: Aus A wird As. Folge dieser Mittelstimme, A in F, As in Fm, G im C bei 0:12: zwei Halbtöne abwärts. Das Fm ist aus c-Moll geborgt, und einen Takt lang erinnert sich der Song daran, dass es eine traurigere Version von ihm gibt. Es ist Glück in der Vergangenheitsform. „Creep“ von Radiohead beendet jeden Durchlauf seines Loops mit genau dieser Art Akkord (G–H–C–Cm).

I–IV–iv–I im Player als Loop abspielen

vi–IV–I–V: traurig, aber mit Schub (Am–F–C–G)

vi–IV–I–V · Am–F–C–G · 100 BPM

Am bei 0:02, F bei 0:04, C bei 0:07 und G bei 0:09, dann wieder ab 0:12. Weil der Loop auf Am beginnt, ist Moll der erste Eindruck, und das C bei 0:07 klingt wie Licht durch einen Türspalt. Das G bei 0:09 lehnt sich zum C, doch der Loop antwortet bei 0:12 mit Am: Er verspricht eine Auflösung und ersetzt sie immer wieder durch Moll. Mit geschlagener Gitarre und Rock-Schlagzeug ist das Traurigkeit mit Energie: Wut, Sehnsucht, ein Streit, den du im Kopf immer wieder führst. „Zombie“ von The Cranberries nutzt vi–IV–I–V.

Die Akkorde sind dieselben wie in der ersten Folge, Am–F–C–G. Nur Tempo, Spielweise und Schlagzeug haben sich geändert, und aus ergeben wurde unruhig. Langsamer gespielt wendet sich die Folge nach innen: vi–IV–I–V mit 72 BPM, arpeggiert, ohne Schlagzeug.

vi–IV–I–V im Player als Loop abspielen

i–♭VII–♭VI–V: die andalusische Kadenz und ihr fallender Bass (Am–G–F–E)

i–♭VII–♭VI–V · Am–G–F–E · 92 BPM

Eine geschlagene Gitarre spielt Am bei 0:02, G bei 0:05, F bei 0:07 und E bei 0:10, dann bei 0:13 wieder Am. Hör nur auf den Bass: A–G–F–E, der Lamentobass. Sein letzter Schritt, F zu E bei 0:10, ist ein Halbton, und E-Dur bringt das Gis zurück, das nach Am zieht. Die Wirkung ist eher schicksalhaft als zärtlich, als käme etwas, das niemand aufhalten kann. Von den sechs kippt diese Folge am schnellsten in Kitsch; hart angeschlagen klingt sie schnell nach Filmklischee. Schlag weicher an, nimm Tempo raus, und die Trauer kommt zurück: i–♭VII–♭VI–V mit 72 BPM, arpeggiert.

i–♭VII–♭VI–V im Player als Loop abspielen

IVmaj7–V7–iii7–vi: bittersüß (Fmaj7–G7–Em7–Am)

IVmaj7–V7–iii7–vi · Fmaj7–G7–Em7–Am · 88 BPM

Fmaj7 bei 0:02, G7 bei 0:05, Em7 bei 0:08 und Am bei 0:10, im Loop ab 0:13 über einem Pop-Beat. Die Septimen machen jeden Akkord weich und warm, deshalb ist das die am wenigsten tragische Traurigkeit hier. Das G7 bei 0:05 verspricht C, das Em7 bei 0:08 weicht aus, und das Am bei 0:10 antwortet in Moll; der Loop erreicht das C nie. Er passt eher zu Sehnsucht als zu Trauer: jemanden vermissen, der eigentlich noch in der Nähe ist.

IVmaj7–V7–iii7–vi im Player als Loop abspielen

Mehr als Akkorde: Tempo, Raum, Lage und Text

  • Tempo. Langsamer gibt jedem Akkord Zeit zu wirken; die traurigsten Beispiele hier liegen bei 70–76 BPM. Sing eine Zeile im neuen Tempo, bevor du dich festlegst, damit der Text nicht schleppt.
  • Dichte des Arrangements. Weniger Instrumente, gehaltene oder gebrochene Akkorde statt eines vollen Strummings, kein Schlagzeug in der ersten Strophe. Lass nach jeder Phrase Stille; dort spürt man die Zeile.
  • Lage. Halte die Strophenmelodie tief und eng, nah an der Sprechstimme, und heb dir die hohen Töne für den Refrain auf: Eine Stimme nahe am oberen Ende ihres Umfangs klingt ungeschützt. Der Melodie-Leitfaden erklärt Umfang und Kontur.
  • Zurückhaltung im Text. Je trauriger die Musik, desto schlichter dürfen die Worte sein. Lass die Akkorde das Gefühl tragen und den Text die Fakten.

Eine Dur-Folge trauriger machen

  1. Starte auf der vi: Aus C–G–Am–F wird Am–F–C–G.
  2. Borg dir die iv: Mach aus einem F ein Fm.
  3. Borg dir ♭VI oder ♭VII aus c-Moll: As oder B statt F oder G.
  4. Ende auf der vi statt auf der I, damit die letzte Zeile in der Luft hängt.
  5. Lass den Bass absteigen: C–G/H–Am–Am/G–F legt C–H–A–G–F unter vertraute Akkorde.

Probier zwei davon zusammen: C–Am–F–Fm (I–vi–IV–iv) mit 72 BPM, die Doo-Wop-Folge (I–vi–IV–V), bei der die V durch die geborgte iv ersetzt ist.

Kitsch vermeiden

Kitsch entsteht, wenn jede Ebene gleichzeitig „traurig“ sagt: Mollakkorde, ein schleppendes Tempo, eine zitternde Stimme und ein Text, der das Gefühl in jeder Zeile beim Namen nennt. Lass zwei Ebenen die Traurigkeit tragen und halte die anderen schlicht.

  • Konkrete Bilder statt Gefühlswörter. „Mein Herz ist gebrochen, ich weine jede Nacht“ erzählt nichts Neues. „Im Kühlschrank steht noch deine Hafermilch“ zeigt den Verlust, ohne ihn zu benennen.
  • Behalte einen hoffnungsvollen Akkord. Das C in i–♭VI–♭III–♭VII und das E-Dur in i–iv–i–V sind es, die die Mollakkorde wehtun lassen. Leg auf diesen Akkord eine Zeile mit einer guten Erinnerung.
  • Lass den Refrain etwas verändern. Heb ihn in Lage oder Dichte an, auch wenn er traurig bleibt; ohne Kontrast wird Traurigkeit eintönig.
  • Löse nicht alles auf. Wenn die Geschichte offen bleibt, ist ein Schluss auf vi oder ♭VI ehrlicher als eine triumphale I.

Wenn du dich hinsetzt, um etwas Trauriges zu schreiben, und nichts kommt, ist das ein anderes Problem: Der Leitfaden zu kreativen Blockaden beschreibt die häufigsten Muster.

Die Akkorde sind nur die halbe Miete. Wie der Text entsteht, vom richtigen Detail bis zum letzten Refrain, zeigt die Anleitung trauriges Lied schreiben.

Einfache Griffe für Gitarre und Klavier

Gitarre. Zwei Loops mit offenen Akkorden decken viele traurige Songs ab:

  • Am–F–C–G: i–♭VI–♭III–♭VII in a-Moll oder vi–IV–I–V in C-Dur. Wenn der F-Barré noch nicht klappt, spiel die kleine Fmaj7-Form (x-x-3-2-1-0).
  • Em–C–G–D: dieselbe Folge in e-Moll, ganz ohne Barré.

Für eine andere Tonart behältst du die Griffe und versetzt den Kapodaster: Em–C–G–D im 2. Bund klingt als Fism–D–A–E, Am–F–C–G im 3. Bund als Cm–As–Es–B.

Klavier in a-Moll. Linke Hand auf den Grundtönen, rechte Hand so ruhig wie möglich:

AkkordRechte HandLinke Hand
AmA–C–EA
FA–C–FF
CG–C–EC
GG–H–DG

Kein Ton der rechten Hand bewegt sich weiter als einen Schritt, also wechselt die Harmonie, während der Klang ruhig bleibt. Für i–iv–i–V spielst du Am (A–C–E), Dm (A–D–F), Am und E (Gis–H–E): Du spürst unter den Fingern, wie das F zum E fällt und das Gis zum A steigt.

Übung: eine traurige Strophe, zwei Akkordfolgen

Zwanzig Minuten, um zu hören, dass jede Folge eine andere Art von Traurigkeit erzählt.

  1. Schreib die Geschichte in einem Satz. Beispiel: „Oma ist ins Pflegeheim gezogen, und wir räumen ihre Wohnung aus.“
  2. Strophe A: Öffne Am–Dm–Am–E mit 70 BPM, summ zwei Durchläufe mit, schreib vier Zeilen, eine pro Akkord, und nimm einen Take im Player auf.
  3. Strophe B: Öffne Am–F–C–G mit 100 BPM, schreib vier neue Zeilen zur selben Geschichte und nimm sie ebenfalls auf.
  4. Vergleiche. Welche Strophe macht die Geschichte glaubwürdig? Welche lässt der Stimme Luft? Wollte der schnellere Loop mehr Silben?

Strophe A, über i–iv–i–V:

Ihr Mantel hängt noch still im Flur, wir wickeln Tassen in Papier, und keiner zieht die Küchenuhr noch einmal auf. Sie bleibt bei vier.

Strophe B, über vi–IV–I–V:

Ich fahr mit dem Rad an ihrem Haus vorbei, an der Klingel stehen fremde Namen, zwei, ich trete schneller, rote Ampeln, egal, und sing ihr Lied zum hundertsten Mal.

Strophe A steht still: vierhebige Jamben mit acht Silben, Platz für lange Töne, und der klagende Loop mit seiner Hoffnung, die sich bei jedem E wieder schließt, passt zu einer Wohnung, in der die Zeit stehen geblieben ist. Strophe B bewegt sich, mit neun bis elf Silben pro Zeile, und das unruhige vi–IV–I–V trägt diese Bewegung. Die Akkordfolge entscheidet nicht, ob ein Song traurig ist, sondern welche Art von Traurigkeit er hat.

Der Leitfaden zum Strophenschreiben zeigt, wie du aus solchen Details eine ganze Strophe baust, und der Silbenzähler prüft, ob deine Zeilen in den Loop passen.

Wo Zoundroom ins Spiel kommt

Die Übung hinterlässt zwei Strophen und zwei Takes, und der Vergleich funktioniert nur, solange sie zusammenbleiben. Leg in Zoundroom ein Projekt für den Song an und schreib beide Strophen in eine Notiz, jede unter ihren Stufen, dem BPM-Wert und dem Player-Link. Nimm direkt in der Notiz auf, während du singst: Das Audio wird an der Cursorposition eingefügt, also landet jeder Take genau unter seinen Zeilen. Wenn du dich entschieden hast, lösch die andere Version nicht; vielleicht wird sie die Bridge. Wenn du mit jemandem schreibst, lade die Person ins Projekt ein, damit sie beide Takes hört und kommentiert, welche Strophe die Geschichte besser erzählt. So funktionieren Notizen und Songtexte mit Audio.

Häufige Fragen

Welche Akkordfolge ist die traurigste?

Die eine gibt es nicht, weil Tempo und Arrangement so viel ausmachen wie die Akkorde. Als Ausgangspunkt klingt i–iv–i–V (Am–Dm–Am–E), langsam und mit gehaltenem Klang gespielt, kaum nach etwas anderem als Traurigkeit. In Dur ist die traurigste Einzelwendung die geborgte iv: C–F–Fm–C.

Kann ein Song in Dur traurig klingen?

Ja. Beginn auf der vi, borg dir die iv, nimm Tempo raus, dünn das Arrangement aus und lass die Melodie fallen. Das Beispiel I–IV–iv–I verlässt C-Dur nie und klingt trotzdem wie die Erinnerung an etwas Verlorenes.

Ist Moll dasselbe wie traurig?

Nein. Moll ist eine Farbe; traurig wird es erst dadurch, wie du sie einsetzt. Der Loop Am–F–C–G klingt als langsames Arpeggio wehmütig und über einem Dembow-Beat tanzbar, wie du in Akkordfolgen für Songwriter hören kannst.

Welches Tempo passt zu traurigen Songs?

Eine feste Zahl gibt es nicht; die Beispiele hier liegen zwischen 70 und 100 BPM. Raum zählt mehr als Geschwindigkeit: Ein Song mit 120 BPM, langen Tönen und wenigen Instrumenten kann trauriger wirken als ein voller mit 70.

Welche traurigen Akkordfolgen eignen sich fürs Klavier?

Am–F–C–G mit den Griffen oben, Am–Dm–Am–E und C–F–Fm–C. Lass in C–F–Fm–C die Mittelstimme A–As–G klingen, denn genau diese Linie ist die Traurigkeit.